DigiMach-Workshops - Bericht
DigiMach-Workshops: Zentrale Erkenntnisse zur digitalen Transformation für Zerspanungs-KMU in der Maas-Rhein-Region
Im Rahmen des DigiMach-Projekts fanden in Lüttich, Genk und Aachen drei Workshops statt, bei denen sich Zerspanungs-KMU trafen, um ihre Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung sowie praktische Lösungsansätze entlang von fünf Säulen zu diskutieren: Prozesseinrichtung, Prozessüberwachung, Qualitätskontrolle, Maschinenzustand und Bedienerunterstützung.
Überblick zum digitalen Reifegrad

Diese Abbildung veranschaulicht den aktuellen Stand der Echtzeit-Produktionsüberwachung in den teilnehmenden Zerspanungs-KMU.
Die Umfrage zeigt, dass die Digitalisierung in den Zerspanungsunternehmen häufig noch fragmentarisch ist und nur selten vollständig in den täglichen Betrieb integriert wird. Zwar erfassen viele Unternehmen Daten, nutzen diese jedoch nicht systematisch zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen.
- 74 % der Unternehmen verfügen über keine oder wenig digitale Echtzeitüberwachung ihrer Produktionsprozesse
- 87,5 % nutzen keine integrierten digitalen Systeme zur Qualitätssicherung
- 75 % setzen weiterhin auf reaktive oder zeitbasierte Wartung anstelle datengetriebener Ansätze
Diese Ergebnisse erklären, warum Unternehmen häufig über eine eingeschränkte Transparenz laufender Produktionsprozesse, eine verspätete Erkennung von Problemen sowie Schwierigkeiten bei der frühzeitigen Vorhersage von Maschinen- oder Qualitätsproblemen berichten.
Erkenntnisse aus den Workshops nach Säulen
Prozesseinrichtung (Process Setup)
Die Unternehmen sehen sich mit uneinheitlichen Programmiermethoden, hohen Werkzeugkosten und fragmentierten Arbeitsabläufen konfrontiert. Die Teilnehmenden betonten den Bedarf an standardisierten Verfahren, gemeinsamen Werkzeugbibliotheken und digitalen Arbeitsplänen. Gleichzeitig wächst das Interesse an IoT-Lösungen und digitalen Zwillingen, um die Vorbereitungseffizienz zu verbessern.
Prozessüberwachung (Process Monitoring)
Eine zentrale Priorität ist die Echtzeit-Transparenz der Produktion. KMU suchen nach kostengünstigen Sensorlösungen und einheitlichen Dashboards, die klare und umsetzbare Informationen liefern sowie eine frühzeitige Erkennung von Prozessabweichungen ermöglichen.
Qualitätskontrolle (Quality Control)
Qualitätsprüfungen erfolgen derzeit noch überwiegend manuell und sind sehr zeitaufwendig. Unternehmen sehen in automatisierter Inspektion, Bildverarbeitungssystemen und integrierten Rückverfolgbarkeitstools großes Potenzial, um Fehler schneller zu erkennen und Ausschuss zu reduzieren.
Maschinenzustand (Machine Health)
Die Wartung ist nach wie vor überwiegend reaktiv. Die Teilnehmenden zeigten jedoch Interesse an Predictive-Maintenance-Lösungen, die Maschinenabweichungen frühzeitig erkennen und anstelle komplexer Datensätze einfache Warnmeldungen bereitstellen.
Bedienerunterstützung (Operator Assistance)
Die Herausforderungen, die sich aus dem Fachkräftemangel und den Schulungsanforderungen ergeben, nehmen zu. Digitale Arbeitsanweisungen, AR-gestützte Unterstützung und interaktive Tutorials wurden als vielversprechende Lösungen identifiziert, um Wissen zu vermitteln und Arbeitsabläufe in der Produktion zu standardisieren.
Zentrale Erkenntnisse aus allen Workshops
An allen drei Standorten zeigten sich ähnliche Muster. KMU sind grundsätzlich an Digitalisierung interessiert, jedoch müssen die Lösungen einfach, bezahlbar und mit den bestehenden Maschinen sowie Arbeitsabläufen kompatibel sein.
Vier wiederkehrende Bedürfnisse wurden identifiziert:
- Einfache Integration in bestehende Systeme
- Klarer Mehrwert für Bediener und Management
- Praxisnahe Erkenntnisse statt reiner Rohdaten
- Verbesserter Wissenstransfer und stärkere Schulungsunterstützung
Diese gemeinsamen Prioritäten bestätigen, dass die Einführung digitaler Lösungen weniger von der Verfügbarkeit der Technologie als vielmehr von deren Benutzerfreundlichkeit und konkretem Nutzen im Produktionsalltag abhängt.
Nächste Schritte
Die Workshops haben ein klares Bild der Bedürfnisse von KMU geliefert. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird DigiMach nun Demonstratoren, Pilotprojekte und Schulungsmaßnahmen entwickeln, sodass Unternehmen schrittweise praxisnahe digitale Lösungen in ihrer eigenen Produktionsumgebung testen und einführen können.
